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Wenn andere Menschen ganz wunderbar unter Druck funktionieren und Dinge am effizientesten auf den letzten Drücker erledigen, stellen sich bei mir alle Nackenhaare auf. Bei mir ist nämlich das Gegenteil der Fall. Ich präkrastiniere! Sozusagen das genaue Gegenteil von Prokrastination, was vielen von euch wohl eher ein Begriff ist. Wer prokrastiniert, der schiebt seine Aufgaben nach hinten und wer präkrastiniert, erledigt alles sofort. In letzter Zeit ist mir wieder extrem aufgefallen, wie ausgeprägt mein Drang ist, Dinge sofort erledigen zu müssen und das hat mich wiederrum extrem gestresst. Ich habe mich dann hingesetzt und überlegt woher dieser Drang überhaupt kommt und wie man das Ganze etwas runterfahren kann. Denn die To Do Listen sind täglich lang, doch nicht alles davon muss zwingend auch an diesem Tag erledigt werden, doch der Drang Dinge sofort erledigen zu müssen kommt dem dann natürlich in die Quere. Und das kann im Endeffekt genauso zum Problem werden, wie auch der Stressfaktor den man hat, wenn man zu lange prokrastiniert und dann in den Zeitzwang kommt. 


Das Resultat von Präkrastination ? Nicht selten, Überstunden und vor allem aber auch eine Menge Stress. Manchmal passiert das aber auch ganz automatisch. Im stressigen Joballtag kann man schon mal schnell aus den Augen verlieren, was wirklich wichtig und zeitkritisch ist und welche Aufgaben vielleicht sogar auch bis Morgen warten können. Der Grund dafür ist eigentlich relativ einfach zu benennen: Unsere heutige Leistungsgesellschaft! Immer schneller, immer mehr und mehr und das am besten sofort. Unsere Leistungsgesellschaft suggeriert uns regelmäßig, dass wenn man an die Spitze will, muss man sich mit schneller aber effizienter und harter Arbeit gegen andere durchsetzen. Man muss einen guten Eindruck schaffen, aber auch aufrecht erhalten und voran zu kommen. Man befindet sich quasi automatisch im ständigen Kampf nach Anerkennung. 



Oftmals ist es aber auch der Wunsch nach mehr Zeit, mehr Freizeit. Der Hintergedanken, alles schnell abarbeiten zu können um im Anschluss mehr freie Zeit zu haben. Doch im Endeffekt, wenn man sich diese Vorgehensweise mal genauer betrachtet, pendelt sich auf kurz oder lang eher das Gegenteil ein. Denn nach jedem einzelnen Erfolgserlebnis das man hat, kommen auch schon wieder die nächsten, neuen Aufgaben auf einen zugeflattert. Das geht einfach immer Hand in Hand. Eventuell klingt das Phänomen der Präkrastination für einige in der ersten Betrachtung als positiv. Es hört sich schließlich irgendwie so an als hätte man sein Leben im Griff, bekommt seine To Do Liste abgearbeitet am Ende des Tages und schafft eine Menge Dinge weg die eben zu tun sind. Was aber eher der Fall ist ist, dass man entweder mehr falsche Entscheidungen trifft und sich leichter Fehler einschleichen - zum anderen aber auch, dass man an Kreativität einbüßen kann. Es fehlt hier einfach der Raum zum Innehalten, zum reflektieren, zum nachdenken und zum abwägen. Themen werden oft nur oberflächlich betrachtet und bearbeitet und teilweise bleibt der Tiefgang auf der Strecke, denn  es fehlt schließlich an Zeit.


Das halbwegs schlimme an der Präkrastination ist allerdings, dass in den meisten Fällen die Entlastung nach getaner Arbeit nicht eintritt. Dieses "geil, ich habe alles geschafft" Gefühl, wenn ihr wisst was ich meine. Denn man findet immer und immer wieder ein neues To Do oder man ist gedanklich schon wieder 5 Schritte weiter in der Zukunft. Und das kann sich auch ganz schnell auf das Privatleben auswirken. Und dann kann natürlich auch ganz schnell das schlechte Gewissen um die Ecke kommen, wenn man vor lauter "ich mach das noch schnell" Drang Familie, Freunde und den Partner vernachlässigt. Es ist ein dauerhafter Stress, der einen auch Nachts selten abschalten und ruhen lässt. Nach ein paar wenigen Stunden schlaf wacht man auf und hat schon wieder den Kopf voll mit Dingen die man machen und erledigen muss bzw möchte. Dauerhafter Druck und Stress kann schnell, oder aber auch langsam und schleichend, zu Überforderung, Burnout und Depressionen führen. 



Multitasking ist grundsätzlich eine tolle Eigenschaft, sollte definitiv aber auch Grenzen haben. Was immer hilft ist, sich selbst Grenzen und Strukturen setzen. Leichter gesagt als getan, aber Schritt für Schritt kann man das Erlernen. Aufgaben nach Kritikalität zu strukturieren, nach Wichtigkeit zu sortieren und auf wichtig in etwa einzuschätzen, und zwar realistisch, wie lange eine gewisse Aufgabe in etwa dauern wird. Daraus kann man dann einen entsprechenden Zeitplan basteln. Eine wichtige Sache ist meiner Meinung auch, dass man, wenn man generell schlecht "nein" sagen kann sich von Menschen, so weit und so fern überhaupt möglich, distanziert. Sich von Menschen und auch Arbeitskollegen distanzieren, die einen ständig überrumpeln, gezielt Arbeit bei einem ablegen wollen die sie selbst nicht machen möchten und einfach keine Grenzen einhalten können. Wenn man die Möglichkeit hat, wäre zB das Arbeiten aus dem Home Office für gewisse Tage sinnvoll um der Ablenkung durch Kollegen ein bisschen aus dem Weg zu gehen. Wichtig hierbei ist aber auch, dass man erstmal lernen muss zu erkennen, welche Menschen oder Arbeitskollegen einfach keinen Bock haben ihre Arbeit selbst zu machen und sie bei einem abzulagern. Aber auch die Kollegen und Menschen, die einem ständig ablenken und gefühlt den ganzen Tag durchs Büro laufen, von Kollege A zu Kollege B, und das Wort "Grenze" überhaupt nicht kennen. Solche Kollegen sind dann auch oft geneigt dem Phänomen Oversharing gerecht zu werden. 

Präkrastination - Der Drang alles sofort erledigen zu müssen

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