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Meine Finanzen, meine Depressionen, meine Probleme, meine Familie... Seinen Mitmenschen Dinge mitzuteilen ist eigentlich etwas Gute. Das stärkt die Bindung, schafft Vertrauen und Nähe. Doch das Ganze kann auch zum Problem werden und zwar immer dann, wenn Personen die einem eigentlich nicht nahe stehen, zu schnell zu viel Privates erzählen. Gerade in einem professionellen Umfeld wie zB dem Arbeitsplatz, kann es schnell zu Problemen führen, wenn Kollegen einem zu viel anvertrauen. Nicht selten habe ich genau diese Situationen, denn ich glaube viele sehen in mir einen Kummerkasten, dem man mal schnell alles erzählen kann, eben weil sie wissen ich tratsche nicht weiter. Doch wenn es sich um Informationen aus dem Privatleben handelt, ist mir das auch ganz schnell viel zu viel. Denn das möchte ich ehrlich gesagt auch nicht wissen. Was Arbeitskollegen Zuhause treiben oder nicht, ist mir ehrlich gesagt schnurz pieps egal. Und doch kommen diverse Personen regelmäßig auf mich zu, um mir die neuesten intimen Probleme aus ihrem Privatleben zu erzählen. 


Manche Menschen haben das Bedürfnis ihr gesamtes Leben vor anderen auszubreiten. Nicht selten Personen, die sie eigentlich gar nicht wirklich kennen. Das ist auch ein Phänomen das wir tagtäglich in den Sozialen Medien sehen. Das kann teilweise für alle Beteiligten auch ganz schön belastend sein. Diese Form der Offenheit wird als Oversharing bezeichnet und ist im Grunde alles andere als beliebt. Menschen die zu schnell zu viel Privates erzählen geben ihren "Zuhörern" selten die Wahl selbst zu Wort zu kommen oder gar die Wahl ob man sich das Ganze überhaupt anhören möchte. 


Aber was genau bedeutet eigentlich zu viel und zu schnell in diesem Zusammenhang ? Immerhin wird mittlerweile im Jahr 2024 offener über generelle Tabuthemen gesprochen als noch vor einigen Jahren. Seine Probleme, Depressionen, Finanzen oder gar sein Sexleben vor Freunden, Bekannten, Verwandten oder gar Fremden zu thematisieren, kann ein entsprechendes Statement sein oder dafür dienen Content in den Sozialen Medien zu produzieren. Menschen auf Instagram & Co, die nahezu alles, ganz unverblühmt mit anderen teilen, möchten dadurch nahbarer und authentischer erscheinen. Doch wann ist offen sein zu offen sein ? Hier den richtigen Mittelweg und die richtige Balance zu finden ist alles andre als einfach und selbstverständlich. Es ist ganz natürlich im Jahr 2024, dass jeder sagen kann was und wann sie oder er es möchte. 



Kann man heutzutage dann überhaupt noch von Oversharing sprechen ? Meiner Meinung nach ja! Und zwar immer dann, wenn der Gegenüber gar nicht alles von dir wissen möchte und nicht danach gefragt hat. Offen über Privates zu sprechen grenzt früher oder später an seine Grenzen. Sämtliche Details oder gar Traumata anderer ungefragt erzählt zu bekommen, kann eine echte Belastung sein und auch werden und im schlimmsten Fall sogar eigene Traumata triggern. Gerade wenn man zB dazu geneigt ist zu emphatisch zu sein. Oversharing ist im Großen und Ganzen immer eine Kontextfrage und es macht definitiv einen Unterschied ob man sich der besten Freundin, einem Arbeitskollegen oder einer völlig fremden Person anvertraut. Und dabei sollte ein Gespräch, ein gutes Gespräch, eher wie eine Partie Tischtennis gesehen werden. Man spielt den Ball hin und her. Und gerade hierbei sollte man, wenn man dabei ist Privates zu erzählen, etwas auf die Körpersprache des anderen achten. Und vor allem auch darauf, ob von dem jenigen ebenso private Informationen zurück kommen. 


Wenn man merkt, dass das Gespräch eher einseitig ist, kann man nahezu immer davon ausgehen, dass der Gegenüber mit dem Gesprächsthema gerade überfordert ist. Doch leider ist genau das der Knackpunkt und sehr viele können genau diesen Schritt nicht umsetzen und treten somit sehr schnell über eine unsichtbare Linie, die gerade zB unter Arbeitskollegen eigentlich eher nicht überschritten werden sollte. Die Perspektive des anderen einzunehmen ist in einer gewissen Weise schon fast Voraussetzung um verstehen zu können, wie viel Offenheit zu welchem Zeitpunkt angebracht ist. Viele Menschen haben aber genau dies nie gelernt und können Grenzen anderer Menschen nicht wahrnehmen. Kurz gesagt, es mangelt hier einfach an Gespür für den Moment in dem es dem jeweiligen Gesprächspartner zu weit geht.  Das Kernproblem von Oversharing liegt in den meisten Fällen in den Beweggründen. 


Was also tun, wenn es einem zu viel wird ? Leichter gesagt als getan, aber hier sollte und muss man seinen Gegenüber einfach darauf aufmerksam machen. Am besten so höflich wie möglich. Man kann zum einen versuchen das Thema zu wechseln und wenn das nicht hilft, notfalls das Gespräch beenden. Die Ausrede, gerade zB wenn man mit Arbeitskollegen spricht, dass man in einen Termin muss oder noch Arbeit fertig zu machen hat zieht hier immer am Besten. Wenn es sich um eine Person handelt mit der ihr öfters in Kontakt seid, zB weil ihr eng miteinander zusammen arbeitet, sollte man dem Grundproblem vielleicht einmal besprechen und dem Gegenüber höflich und neutral seine Grenzen mitteilen. Seien wir ehrlich, das ist eine super schwierige Situation und ist absolut Personenbedingt wie und wann das angebracht ist und wie man damit umgeht, aber es ist nahezu unerlässlich gewisse Grenzen deutlich zu machen, denn sonst kann und wird sich nie etwas ändern und Menschen werden ihre Probleme weiterhin auf euch projizieren und euch damit belasten. 



Sagen wir mal so, der Wunsch in einem Gespräch Nähe herzustellen, ist erst mal ganz natürlich und zu einem Gewissen Grad auch nachvollziehbar. Liegt wahrscheinlich einfach auch am Menschen selbst und dem Bedürfnis nach Gemeinschaft und Bindung. Etwas intimes zu teilen, kann auch die Basis für neue soziale Kontakte und Freundschaften sein. Aber auch hier, nicht zu schnell, nicht zu viel. Wenn man soziale Kontakte aufzubauen möchte, ist es immer besser das Stück für Stück zu tun und nicht mit der Tür ins Haus zu rennen und gleich alles zu offenbaren. Eine Freundschaft und Bindung aufzubauen erfordert Zeit und Geduld. Doch wenn man im Endeffekt gar nicht darauf aus ist eine neue Freundschaft zu bilden, kann Oversharing unter Umständen auch symptomatisch für entsprechende psychische Erkrankungen sein. Klingt im ersten Schritt vielleicht ein wenig hart, aber die Möglichkeit besteht. Betroffenen können unter Umständen schlichtweg einfach nicht einschätzen, wie sie auf andere wirken. 


Schluss um: Es gibt sie einfach diese Menschen, hier schließe ich mich selbst mit ein, denen man einfach alles erzählt. Aber woran liegt es, dass Menschen mir teilweise erstaunlich präzise Dinge aus ihrem Privatleben erzählen, nach denen ich nicht gefragt habe. Ist es meine Körpersprache ? Ist es ein bestimmter Vibe den ich ausstrahle ? Oder liegt es, wie im Blogpost beschrieben, dann doch eher an dem Gegenüber... Denn meiner Meinung zeige ich persönlich klare Grenzen auf, wann es mir zu viel wird und wann ich gewisse Dinge schlichtweg einfach nicht hören möchte. Aber auch ich habe in meinem Umfeld Menschen, die das teilweise bewusst ignorieren oder schlichtweg den Schuss einfach nicht gehört haben. Aber hier funktioniert das Distanzieren immer relativ gut. Gespräche entsprechend an oder zu einem Gewissen Punkt cutten, auf ein anderes Thema umlenken oder sich komplett heraus nehmen und sich anderen Dingen widmen. Es ist immer ein schmaler Grad den richtigen Punkt zu finden an dem dies möglich ist, ohne unhöflich zu sein. 

Oversharing - Wenn man zu schnell, zu viel Privates erzählt

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